Orthopädische Erkrankungen

Orthopädische Erkrankungen

Orthopädische Erkrankungen können sowohl isoliert als auch bei anderen Körperbehinderungen auftreten.

1. Hüfterkrankungen

Hüftluxation = Verrenkung: Die angeborene Hüftluxation kann in Familien gehäuft auftreten, durch Genveränderungen können aber auch sogenannte teratologische Hüftluxationen auftreten, die aber erhebliche knöcherne Veränderungen aufweisen. Häufig sind die Hüftluxationen aber Begleiterscheinungen zum Beispiel bei schlaffen oder auch spastischen Lähmungen, Muskelerkrankungen usw.
Coxitis (eitrige Entzündungen des Hüftgelenkes), die zum Beispiel auftreten kann nach Nabelschnurinfektion, aber auch anderen Infektionskrankheiten oder als Folge von Unfällen und in Einzelfällen auch nach Operationen. Eitrige Entzündungen können auch an anderen Gelenken auftreten.
Perthes’sche Erkrankung: Hierbei handelt es sich um eine Ernährungsstörung des Hüftkopfes im Kindesalter, die zum teilweisen Einschmelzen des Hüftkopfes führen.
Hüftkopfepiphysenlösung ist eine Erkrankung in der Pubertät, wobei das Gewebe der Wachstumsfuge sich lockert, wenn dies nicht rechtzeitig erkannt wird, rutscht der Hüftkopf ab.

Alle Gelenkerkrankungen oder Verletzungen führen vor allem bei nicht rechtzeitiger Behandlung zu vorzeitigem Verschleiß!

2. Wirbelsäulenverbiegungen

Hierbei handelt es sich nicht um Fehlhaltungen, sondern um fixierte Verbiegungen der Wirbelsäule, die durch Zug oder Druck nicht korrigierbar sind.

Kyphose (fixierter Rundrücken): Sie kann bereits bei Geburt vorhanden sein, bedingt durch FehIbildungen der Wirbelkörper. Meist tritt sie aber erst im Adoleszentenalter auf, entweder durch Wachstumsstörungen oder bedingt durch mangelhafte Muskelentwicklung.
Skoliose (Seitverbiegung) Auch sie kann angeboren sein – durch Fehlbildungen – oder erworben. Die Verbiegungen nehmen häufig im Laufe des Wachstums deutlich zu, die Wirbelkörper werden oft auch stark gegeneinander verdreht, gleichzeitig kommt es zur Verformung des Brustkorbes. Bei beiden Wirbelsäulenverbiegungen kommt es durch die Brustkorbverformung auch zur Einschränkung der Atmung und zu Verdauungsproblemen.

3. Fußdeformitäten

können angeboren oder erworben sein (z.B. Klumpfuß, Sichelfuß, Knickfuß, Hackenfuß, Hohlfuß).

Glasknochenkrankheit (Osteogenesis Impertecta)

Hier handelt es sich um eine erbliche Behinderung mit abnormer Knochenbrüchigkeit und allgemeiner Bindegewebsschwäche. Auffällig ist eine bläuliche Verfärbung der Skleren (Lederhaut des Auges). Im späteren Lebensalter kommt meistens eine Innenohrschwerhörigkeit hinzu.

Schuld an der abnormen Knochenbrüchigkeit ist minderwertiges Zwischengewebe, das dem Knochen nicht die benötigte Festigkeit gibt. Dadurch kommt es auch zu Entwicklungsstörungen der Wirbelkörper mit Minderwuchs und zu Formveränderungen des Schädels und der Gelenke mit Verbiegungen der Knochen durch den Muskelzug. Bruchgefahr besteht bevorzugt in den langen Röhrenknochen der Extremitäten; durch häufig in Fehlstellung verheilte Frakturen (Brüchen) finden sich häufig groteske Verformungen. An der Haut kann es zu Störungen von Narbenbildungen kommen.

Es gibt zwei verschiedene Formen. Bei der einen treten bereits im Mutterleib erste Knochenbrüche auf. Diese Kinder sind häufig nicht lebensfähig. Die zweite, die sogenannte verzögerte Form tritt meist erst nach der Geburt, häufig erst im Kleinkindalter in Erscheinung. Sie weist viele Abstufungen im Schweregrad auf. Manchmal deuten nur die blauen Skleren (s.o.) auf das Vorliegen dieser Behinderung hin, während die Knochen nicht im übergroßen Maße gefährdet sind. Mit Erreichen der Skelettreife, das heißt etwa vom 15. – 20. Lebensjahr an nimmt die Knochenbrüchigkeit ab. Zur Vorbeugung von häufigen Knochenbrüchen besonders im Bereich der Ober- und Unterschenkel werden seit einigen Jahren die erheblichen Deformierungen korrigiert und durch Teleskopnägel (“mitwachsend”) stabilisiert.