Epilepsie

Epilepsie

Darunter versteht man anfallsweise auftretende Bewusstseinsstörungen mit unkontrollierten Bewegungen als Ausdruck einer gestörten Hirnfunktion. In den meisten Fällen ist eine Ursache nicht zu finden, manchmal sind Anfallsleiden in einer Familie gehäuft. In seltenen Fällen lassen sich Narben nach Verletzungen und Infektionen des Gehirns (Meningitis, Encephalitis), aber auch Geschwülste, Missbildungen oder Stoffwechselstörungen im Gehirn nachweisen. Anfallsleiden können aber auch Begleiterscheinungen anderer Hirnschädigungen sein zum Beispiel CP, Blutungen, Schädelhirntraumen. Sogenannte “Fieberkrämpfe” führen nur in wenigen Fällen zu einem Anfallsleiden.

Vereinfacht unterscheidet man zwei Hauptgruppen:

Kleine Anfälle: dazu rechnet man die sogenannten Absencen, die sich in kurzen Bewusstseinsstörungen ohne Sturz äußern. Die Betroffenen verdrehen meist die Augen, reagieren nicht auf Ansprechen, lassen jedoch Gegenstände nicht aus der Hand fallen. Danach setzen sie die begonnenen Tätigkeiten fort. Der Anfall wird von ihnen selbst nicht bemerkt.
Große Anfälle: hier kommt es zu Bewusstlosigkeit mit Sturz und Krämpfen, die eine Körperseite oder auch den ganzen Körper erfassen können. Häufig erfolgt Einnässen und Einkoten. Die Anfälle dauern ca. 90 – 120 Sekunden, danach tritt meist ein Erschöpfungszustand ein, der einen Nachschlaf von Minuten bis Stunden erfordert. Manchmal kündigt sich der Anfall durch Verstimmung, Kopfdruck, Schwindel, Übelkeit, Brustbeklemmung o. ä. an (Aura).

In der Regel werden die Anfallsleiden medikamentös behandelt (Zusammensetzung und Dosis des Medikaments ist abhängig von Art, Ausmaß und Häufigkeit der Anfälle, in seltenen Fällen sind auch Operationen erforderlich). Zur Vermeidung weiterer Schäden ist es erforderlich, dass Medikamente regelmäßig und in der angegebenen Dosierung verabreicht werden!

Unterstützend ist eine geregelte Lebensweise:

  • Vermeidung überreichlicher, schwer verdaulicher Mahlzeiten
  • Kontrolle der Flüssigkeitszufuhr (besonders abends)
  • ausreichend Schlaf (maßvolles Fernsehen)
  • Vermeidung von extremen Stresssituationen
  • kein Alkohol und Nikotin
  • Einschränkung von Bohnenkaffee, Cola u. ä.