angeborene Querschnittslähmung

Angeborene Querschnittslähmung

Bei Spina bifida handelt es sich um eine Hemmungsmißbildung der Wirbelsäule (mit oder ohne Beteiligung des Rückenmarks), die durch eine Schädigung im ersten Schwangerschaftsmonat eintreten kann. Der Wirbelkanal schließt sich nicht oder nur teilweise, so daß Rückenmarkshaut und evtl. Rückenmark durch diesen Spalt dringen und eine Vorwölbung (Meningozele, Meningomyelozele) bilden. Am häufigsten findet man diese Fehlbildungen im Bereich der Lendenwirbelsäule, seltener im Bereich der Halswirbelsäule. Die Ursache ist vermutlich Sauerstoffmangel, der auftreten kann bei Erkrankungen der Mutter, Medikamenteneinnahme, größeren Unfällen u. ä. Eine Vererbbarkeit konnte bisher nicht nachgewiesen werden, wenn auch in manchen Familien mehrere Kinder davon betroffen sein können.

Infolge dieser Fehlbildung kommt es zu einer schlaffen Lähmung mit Verlust der Sensibilität (Berührungsempfindung). Der Grad der Lähmung richtet sich nach Sitz der Fehlbildung und Ausdehnung der Rückenmarksschädigung.

Infolge der Lähmungen kommt es im Bereich der Beine zu Fehlbildungen (Klumpfüße, Knick-Platt-Füße, Hackenfüße, Hüftluxationen) und Kontrakturen (Einschränkungen der passiven Gelenkbeweglichkeit) und zu Skoliosen und Kyphosen (Seitabweichung bzw. Buckelbildung der Wirbelsäule).

Durch die Sensibilitätsstörungen und die Minderdurchblutung infolge mangelnder aktiver Bewegungsmöglichkeit besteht die Neigung zu Druckgeschwüren, besonders an Gesäß und Fersen. Fast immer liegt gleichzeitig eine Stuhl- und Harnkontinenz (fehlende Kontrolle über Harn- und Stuhlabgang) vor. Während die Stuhlinkontinenz durch Diät oder entsprechende Medikamente im allgemeinen gut regulierbar ist, ist die Harninkontinenz wesentlich problematischer.

Bei Blasenstörungen besteht immer die Gefahr einer Infektion mit sekundären Nierenschädigungen! Es sollte daher ganz besonders darauf geachtet werden, dass die Betroffenen nicht Kälte und Nässe ausgesetzt werden! Der Aufenthalt im Schwimmbad ist daher auch auf 20 – 30 Minuten begrenzt. Bei vielen Spina bifida-Kindern besteht gleichzeitig ein Hydrocephalus (Wasserkopf), bei dem das in den Hirnkammern produzierte Hirnwasser nicht in den Rückenmarkskanal abfließen kann. Deshalb muß in vielen Fällen ein Ventil angelegt werden, zur Ableitung in den Blutkreislauf oder in den Bauch.

Wie bei der CP liegen auch bei Behinderten mit Spina bifida sehr häufig teilweise erhebliche Wahrnehnungsstörungen vor.